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Rettet ein Stück Elmshorner Geschichte Folgen Sie uns auf google+ Logo Förderverein MS KLOSTERSANDE e.V.

von Hans Barzel, Kiebitzreihe

Erinnerungen

Die Fahrt der KLOSTERSANDE nach Elmshorn | Es ist Dienstag, der 14.Mai 2013, wir treffen uns im SVE, Günter Holtz und Rolf Surrow lese ich mit „Seesack“ in der Westerstrasse auf. Frank Lexau vom Autohaus Elmshorn erscheint mit einem Kleinbus im Hafen und wir fahren gemeinsam nach Hamburg Entenwerder.

Der Eigner Andreas Bätjer erwartet uns und wir gehen an Bord der KLOSTERSANDE. Der Bug der KLOSTERSANDE zeigt elbauf. Günter und Rolf inspizieren das Schiff. Die Kommandos kommen kurz und trocken: „Rolf, geh in die Maschine, kontrollier den Ölstand und die Kühlwassertemperatur. Rolf, wirf die Maschine an. Rolf, was zeigt der Tagestank an?“

Ein Blick durch das „Bulleye“ auf die Elbe | 2013

Ein Blick durch das „Bulleye“ auf die Elbe | 2013

Auf die Schnelle wird ein großes Schlauchboot herbeigezaubert und an Deck gehievt. Endlich das erlösende Kommando: „Leinen los!“ Das Schiff schiebt sich in den Strom und Günter wendet auf der Elbe, vor uns liegen nun die Elbbrücke und die Landungsbrücken.

Es folgt die Anmeldung bei der Revierzentrale über UKW mit den Worten: „Die MS KLOSTERSANDE auf dem Weg von Hamburg elbab mit Ziel Elmshorn, Schiff mit 6 Personen besetzt.“

Die Elbbrücken sind erreicht | 2013

Die Elbbrücken sind erreicht | 2013

Die Kommandos laufen ruhig und bestimmt ab. Günter steigt in den Maschinenraum, jeder Zylinder wird per Hand kontrolliert. Günter entscheidet, wir müssen Ballast aufnehmen, damit das Ruder besser angeströmt wird. Die Pumpe wird angeworfen und der Seewasserschieber geöffnet. Das Wasser schießt nicht in die Tanks, sondern in den Maschinenraum. Ein Ventil ist defekt. Alles wieder schließen. Nach kurzer Untersuchung steht fest, der Frost hat einen Filter und ein Ventil zerstört. Ballast kann nicht genommen werden. Für das Schiff besteht keine Gefahr und Günter entscheidet, dass dem Auslaufen nichts entgegensteht. Eine letzte Kontrolle im Ruderhaus, hier stimmt alles. Ein Blick übers Achterschiff, Günter hält inne und sagt in bestimmendem Ton: „Alles stopp, es fehlt das Rettungsboot, so laufen wir nicht aus!“

Die KLOSTERSANDE trifft die Elbphilharmonie | 2013

Die KLOSTERSANDE trifft die Elbphilharmonie | 2013

Das Schiff zieht seine Bahn mit ca. 10 Kts unter die Elbbrücke, vorbei an den Landungsbrücken, Altona und Blankenese. Kurz vor Wedel schickt mich Günter in die Kajüte mit den Worten: „Hans, schau in meine Tasche, da ist ein kleines rotes Buch mit Telefonnummern, bring mir das mal.“ Buch gefunden, auf die Brücke gebracht. Günter telefoniert und meldet sich am Willkomm-Höft an. Der Flaggengruß und die Begrüßung sind an Bord gut zu verstehen. Auch wir erwidern den Flaggengruß durch Dippen der Seeflagge. Dieses Procedere geht unter die Haut.

Offizielle Begrüßung am Willkomm-Höft | 2013

Offizielle Begrüßung am Willkomm-Höft | 2013

In rascher Fahrt ging es weiter. Höhe Stadersand wird der Pegel abgelesen und Günter fällt die Entscheidung, dass wir bis zum Sperrwerk durchfahren und dort festmachen können. Durch die Enge Pagensüd schlagen wir einen Haken und peilen dann den „Grünen Mann“ an der Krückaumündung an. Ein leichtes Kribbeln an den Nackenhaaren stellt sich dann doch ein, als wir mit ablaufendem Wasser in die Mündung einschwenken. Von der Brücke aus gesehen ist der Bug des Schiffes schon im Deichvorland. Wir alle wissen, wie eng die Einfahrt geworden ist.

Einfahrt in das Fahrwasser „Pagensander Nebenelbe“ | 2013

Einfahrt in das Fahrwasser „Pagensander Nebenelbe“ | 2013

Günter steuert das Schiff mit Unterstützung des Beckerruders fast rechtwinklig um den „Grünen Mann“ aufs Sperrwerk zu. Seine Prognose stimmte, mit dem letzten Wasser erreichen wir die Dalben hinter dem Sperrwerk. Rolf fängt das Schiff mit der Spring ein und wir dampfen ein und können festmachen. Der „Gigant“ liegt friedlich an den Dalben. Über die Toppen wird geflaggt, der NDR kommt mit seinem Team an Bord. Bei „Kaiserwetter“ warten wir nun auf die Flut, die uns nach Elmshorn tragen soll.  „Klappe, Film ab“.

Pünktlich nach Fahrplan legen wir ab und nehmen die letzten 11 Kilometer Fluss in Angriff. Aufgrund des geringen Tiefgangs am Ruder fährt die „KLOSTERSANDE“ schneller als normal, um eine bessere Ruderwirkung zu haben. Dies ist auch der Grund, warum wir so schnell in Elmshorn sind.

Das erste Etappenziel, der „Grüne Mann“ ist erreicht | 2013

Das erste Etappenziel, der „Grüne Mann“ ist erreicht | 2013

Jede Lücke am Ufer und auf den Deichen ist gesäumt mit Menschen, die das Schiff und seine Besatzung begrüßen. Besonders an den Häfen Seester, Ruderclub, WSE und SVE haben sich die Mitglieder der Vereine zur Begrüßung zusammengefunden. Es ist ein schönes Bild und wir genießen es sehr.

Der Höhepunkt, die Durchfahrt durch die Klappbrücke, lässt uns allen an Bord den Atem stocken. An Bord wird kein Wort gesprochen, nur der Zeigefinger von Günter Holtz wippt leicht am Maschinentelegraphen, die Anspannung ist in seiner Mimik erkennbar. In einer Rauschefahrt geht es durch die Brücke bis zum Anleger auf der Nordseite des Hafens.

Das Ziel ist fast erreicht. Passen wir da auch durch? | 2013

Das Ziel ist fast erreicht. Passen wir da auch durch? | 2013